"Fast links von der SPÖ"
In einem am 3.1.2005 erschienenen Interview mit dem Nachrichtenmagazin "profil" gab die damals noch recht neue Polizeiministerin Liese Prokop (ÖVP) Auskunft darüber, welche Weltanschauungen inzwischen in ihrer Partei ministrabel sind.
Ihren politischen Standpunkt verortet Prokop als christlich-sozial und "... manchmal fast links von der SPÖ ...".
Es folgt dann eine Kostprobe:
Zur Fristenlösung meint sie, sie sei gegen "... jede Kriminalisierung ..." und für "... möglichst große Hilfe und Entscheidungsfreiheit der Frau ...". Damit liegt Prokop tatsächlich auf Linie der größten Oppositionspartei, denn auch diese ist für die Fristenlösung, deren zumindest indirekte Ausweitung sowie eine Herausnahme der Abtreibung aus dem Strafgesetz.
Im Gegenzug ist Prokop aber sehr wohl dafür, daß der Liebe Gott in die Verfassung kommt:
"Wir sind das christliche Abendland, und eine Weltanschauung, die dem entspricht, würde ich gerne in der Verfassung sehen."
Wie sich der Herrgott in der Verfassung mit ihrer Position in Sachen Abtreibung verträgt, bleibt ungeklärt. Die röm.-kath. Kirche, welcher Prokop angehört, ist gegen Abtreibungen vor sowie nach einer Dreimonatsfrist. Weiters unklar bleibt, warum eine Weltanschauung ausgerechnet in die Verfassung Eingang finden soll, wenn sie bei der Ministerin in den die einfache Gesetzgebung betreffenden Angelegenheiten keinen Niederschlag findet.
Frau Prokop war vor ihrer Berufung ins Innenministerium Landeshauptmannstellvertreterin in Niederösterreich. Dort war sie u.a. zuständig für Sport, Frauenangelegenheiten und "zeitgenössische Kunst".
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