Wie der Tiroler Anti-Kraftwerks Aktivist Markus Wilhelm bereits Ende Mai aufgedeckt hat, betreibt Peter Prantl, ein leitender Angestellter des Tiroler Landesenergieversorgers TIWAG, nebenher eine "Begleitagentur". Da der Sachverhalt auf Wilhelms TIWAG-kritischer Website ausführlich und selbstverständlich genüßlich ausgebreitet wird (s. obiger Link), hier nur eine Zusammenfassung:
Nach Darstellung Wilhelms erfolgt anstatt Begleitung vielmehr Prostitution in einem Innsbrucker Bordell sowie über Call-Girls (vgl. Abbildung der Website der Begleitagentur, bevor diese vom Netz ging). Für die Kundinnen und Kunden standen ein "Süditaliener" und mehrere Damen zur Verfügung, die auf der Website in Unterwäsche abgelichtet wurden, obwohl sie ja offiziell Begleitdienst bei sozialen Events leisten. Eine Nackte mit Kette deutet zudem auf sadomasochistische Praktiken hin. Ob "Mario", der "Süditaliener", auch Homos zugeführt wurde, ist nicht erkennbar.
Die TIWAG ist in Tirol übrigens fest in der Hand der ÖVP. Chef ist Bruno Wallnöfer, Schwager des holländischen Landeshauptmannes und Sohn des verstorbenen Landeshauptmannes Eduard Wallnöfer.
Der umtriebige TIWAGler Prantl, lt. einer Schätzung Wilhelms dürfte er bei der TIWAG jährlich ohne Zulagen (und Dienstauto etc.) rund 53.000.- € verdienen, ist Funktionär der "Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG)" (das ist die Arbeiterkammer- bzw. ÖGB-Fraktion der ÖVP) und somit des "Österreichischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Bundes (ÖAAB)". Der ÖAAB ist die Parteigliederung der ÖVP für unselbständig Arbeitende. Entgegen der Selbstbezeichnung dominieren den Bund aber Beamte und Angestellte halbstaatlicher Unternehmen wie Prantl.
Offensichtlich verdient der ÖAABler zu wenig, sodaß er sich zusätzlich im Rahmen einer Personengesellschaft selbständig machte. Solche Nebenerwerbe sind bei der TIWAG übrigens der Personalabteilung zu melden.
Auch sonst scheint der christliche Gewerkschafter Prantl gut in die verlogene katholizistisch-tirolistische Kulisse van Staas zu passen. Neben seinen vielen Verpflichtungen werkt er auch als Obmann der Schützenkompanie Haimingerberg. Man darf, so Wilhelm auf seiner Internetseite, auf die nächste Fronleichnamsprozession gespannt sein, ob wieder ein Zuhälter der Kompanie voranschreitet.
TIWAG-Chef Wallnöfer sieht derweil keinen Grund zum Handeln. Prantl sei getäuscht worden und hätte nicht gewußt, welche Inhalte sich auf der schwülen Website der Agentur (die Domain läuft unter seinem Namen) befunden hätten. Er habe lediglich 4.000.- € in die als Personengesellschaft registrierte Agentur eingebracht. Ansonsten will Wallnöfer die Ergebnisse der kriminalpolizeilichen Ermittlungen abwarten. Der Nebenerwerbszuhälter scheint für Wallnöfer derart unbedenklich zu sein, daß man seine kürzlich erfolgte Bestellung zum offiziellen Lehrlingsausbildner der TIWAG nicht rückgängig gemacht hat.
Die Polizei hat bereits vorab erklärt, daß Ermittlungen im Rotlichtmilieu leider generell sehr schwierig seien. Wilhelm wundert sich über dieses Vorab-Verlautbaren des Versandens der Ermittlungen nicht. Schließlich sei der lehrlingsausbildende FCG-Zuhälter verwandtschaftlich und auch sonst informell gut mit der lokalen Polizei verbunden. Am Tag des Auffliegens des Skandals sei Prantl privat in seinem Heim von einem Beamten aufgesucht worden.
Hat wer "Saunaaffäre" gesagt?